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Tomaso Di Sombrero
Beiträge: 63 | Zuletzt Online: 07.02.2024
Registriert am:
22.04.2019
Geschlecht
männlich
Verein in Soccergame
Rasender Reporter
    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 07.02.2024

      TDS: Ein weiteres Mal sage ich herzlich Willkommen zu ‚Flach in den Winkel‘, dem Magazin der Fußball-Bundesliga. Die Saison schreitet immer weiter voran und ich freue mich jedes Mal über einen neuen Gast, den ich kennenlernen kann. Heute ist es allerdings etwas anders, den meinen heutigen Gast kenne ich bereits aus seiner Zeit in Spanien, genauer gesagt aus seiner Zeit bei Celta de Vigo, wo er viele viele Saisons lang verantwortlich gewesen ist. Dann kam vor wenigen Saisons der Wechsel nach Deutschland, in diesem Fall nach Karlsruhe zum KSC. Hallo und schön, dass Sie heute Abend hier sind, Brazo.

      TDS: Brazo, was möchten Sie trinken?
      Brazo: Ich nehme eine Kaffee heute Nachmittag ist ja noch Training da muß ich fit sein.

      TDS: Sie sind nun in Ihrer dritten vollständigen Saison beim KSC. Wie lauten die Erwartungen?
      Brazo: Das Ziel für diese Saison wäre nichts mit Abstieg zu tun haben. Das ist aber schwer genug.

      TDS: Als Sie Karlsruhe übernommen haben, wirkte der Kader leicht abgewirtschaftet. Wie würden Sie den aktuellen Stand des Vereins in Bezug auf Kader und Finanzen beschreiben?
      Brazo:Unser Kader ist für unser Möglichkeiten für diese Saison und wo wir herkommen Top.Wir wollen aber weiter nach oben und da braucht man halt Finanziell mittel die wir leider nicht so haben wir sind hier ja nicht in Tottenham bei uns ist jeder Transfer harte Arbeit. Aber da möchte ich mal meinem Vorgänger Jupp danken der uns eine super Infrastruktur hinterlassen hat, Danke Jupp.

      TDS: Was war seinerzeit der Grund für den Wechsel zum KSC? Sie waren die gesamte Karriere über bei Celta de Vigo, sind dort dreimal Meister geworden…
      Brazo: Nach 32 Jahren war einfach die Luft raus und dann kam das Angebot aus Karlsruhe. Die abgeschlagen am Ende der Tabelle standen.Hm dachte ich mir so hast bei Vigo auch angefangen. Nach 3 guten Flaschen Badischen Wein wusste ich, ich muss zurück in die schöne Badische Heimat. Grüße zu meinen Freunden nach Viego hoffe das hier auch ein Manager gefunden wird der an die erfolgreiche Zeit anknüpfen kann.

      TDS: Sie sprachen die badische Heimat an. Wie fühlt es sich an, an einem Donnerstagabend aus den Kabinen heraus zu kommen und den Rasen des Wildparkstadions zu betreten?
      Brazo: Gänsehaut,als wir diese Saison unser erstes Heimspiel vor über 96000 Zuschauern hatten und beim Einlaufen alle das Badner Lied gesungen habe wußte ich das wir das Spiel gewinnen werden.

      TDS: Das Stadion ist wirklich hervorragend ausgebaut. Wie wichtig ist ein Stadion mit so hohem Fassungsvermögen aus Ihrer Sicht?
      Brazo: Wenn die Stimmung so ist wie am ersten Spieltag oder am Letzten in der Vorsaison unbezahlbar. Aber das ist halt nicht immer so aber unser Fans geben immer das Beste.

      TDS: Brazo, angenommen Ihr Präsident käme auf Sie zu und Sie dürften eine Sache auswählen, was wäre das? Ein 25jähruger Weltklassespieler höchster Stärke, drei junge Weltklassetalente für Ihre Jugendakademie im Alter von 14 Jahren oder der Sack voll Gold im Wert von 25 Millionen?
      Brazo: Ich würde alles drei nehmen. Bei solchen Sachen ist unser Präsident großzügig.😁

      TDS: Und wenn Sie sich tatsächlich für eine der drei Optionen entscheiden müssten?
      Brazo: Also wenn ich mich wirklich entschieden könnte und ich hoffentlich hier in 5 Jahren noch tätig bin würde mich für die Nachwuchsspieler entscheiden.

      TDS: Wann stellen Sie für gewöhnlich ihren Kader zusammen? Rechtzeitig vor Spieltag 1, über das gesamte Transferfenster hinweg oder während das Transferfenster geschlossen ist?
      Brazo: Wir sind immer auf der Suche und machen das was zu der Zeit möglich ist. Leider klappt das dann mit den 25 Mio. vom Präsident eher selten.

      TDS: Worauf achten Sie bei Ihren Transfers am meisten?
      Brazo: Bei jedem Transfer achten wir auf Gehalt und Ablöse, selbst bei den Armaturen. Und der Spieler muss in unser Konzept zu unserem Spielstiel passen.

      TDS: … und bevorzugen Sie eher direkte Trades, Leihen oder die Versteigerung?
      Brazo: Wie gesagt, die ganze Saison ist ein Kampf um Verstärkung und da ist dann auch alles möglich.

      TDS: Dann sind wir schon soweit fertig. Nennen Sie mir bitte noch Ihren Tabellenplatz-Tipp für den KSC und Ihren Meisterschafts-Tipp.
      Brazo: Wenn wir auf Platz 6-8 laden wären alles optimal verlaufen. Ziel ist es in den nächsten Jahren nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben - das ist aber bei der sehr starken Konkurrenz sehr sehr schwierig. Mein Meister Tipp wäre Bayern München.

      TDS: Und damit ist unsere Sendezeit schon wieder zu Ende, schade. Brazo sage ich danke und wünsche ihm und dem KSC eine sorgenfreie Saison, sowie dass sich der eingeschlagene Weg fortsetzen lässt. Vielleicht grüßt ja Brazo irgendwann wieder mittwochabends aus Europa, so wie er es auch regelmäßig mit Vigo getan hat. Ihnen allen einen schönen Abend und natürlich gilt: der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 31.01.2024

      TDS: Hallo an alle, die auch heute wieder Interesse an einem gemütlichen Plausch rund um die Fußball-Bundesliga besitzen. Willkommen zur neuesten Ausgabe von ‚Flach in den Winkel‘. Ich freue mich jede Woche aufs Neue, Manager:innen zu begrüßen, von denen ansonsten eher weniger zu hören oder zu lesen ist und man somit interessante Einblicke in deren Tun erhält. Spannend ist zudem wenn wir bei der Vorbereitung des Talks erkennen, wie viele Manager:innen ihre Clubs bereits in der dritten Liga übernahmen und bis in die erste Liga brachten. So ist das auch bei meinem heutigen Gast, auch darüber werden wir reden. Bei seinem Namen muss er uns aber noch ein wenig helfen – doch ich denke, auch das gelingt. Herzlich Willkommen heute bei ‚Flach in den Winkel‘, Gfleggerter Bugl, Manager des SSV Jahn Regensburg.

      TDS: Bugl, was möchten Sie trinken?
      Bugl: Nachdem es in dieser Format ja anscheinend üblich ist gleich zu härteren Sachen zu greifen würd ich ein Rüscherl nehmen. Wobei ich gar nicht weiß, ob das überall ein Begriff ist. Ich denke dass es für den Asbach Cola viele Namen gibt.

      TDS: Also wir zwingen hier niemanden dazu, Alkohol zu trinken – jeder wie er es mag… Sie werden die Frage sicher schon mehrfach beantwortet haben, aber bitte auch einmal für mich… was bedeutet „Gfleggerter Bugl“?
      Bugl: Gfleggerter Bugl ist bayerisch und heißt im Hochdeutschen "Gefleckter Rücken". Ihr dürft mich aber alle gerne Bugl nennen.

      TDS: War das ein Spitzname aus Ihrer Jugend oder wo kommt der Name her?
      Bugl: Ich hatte mal aus einem Thailand-Urlaub einen mächtigen Sonnenbrand auf dem Rücken mitgebracht. Da sind auch jetzt noch Sonnenflecken zu sehen. Mein Bruder hat mich damals nach meiner Rückkehr eben Gfleggerter Bugl genannt und das war genau zu der Zeit als ich mich hier bei soccergame angemeldet habe.

      TDS: Zum wievielten Male mussten Sie die Frage jetzt beantworten?
      Bugl: Eigentlich war das wirklich das erste Mal. Kann mich nicht erinnern, das mal gefragt worden zu sein.

      TDS: Zur Liga und zum SSV. Nach 10 Partien steht ihr Team mit acht Punkten auf Rang 17. Zurecht? Oder war da auch viel Pech dabei?
      Bugl: Pech war in der Hinsicht dabei, dass ich für die Spieltage 3+4 tatsächlich Verspätung bei einem Flug hatte und ich deshalb nicht beim Team sein konnte. Ansonsten muss man einfach sagen, dass die Leistungsdichte in der Bundesliga unglaublich hoch ist und wir eben nur ein kleiner Verein sind, dessen Ziel jedes Jahr in erster Linie der Klassenerhalt sein muss.

      TDS: Können Sie verstehen, dass die Fans besorgt sind und auch teilweise im Internet Kritik äußern?
      Bugl: Diese Besorgnis nehme ich nicht so wahr. Regensburg ist inzwischen schon fast traditionell ein ruhiger Standort, in dem man ohne vergleichsweise großen Druck arbeiten kann. Und das bissl Granteln gehört halt mal zum Oberpfälzer. Für Außenstehende mag sich das vielleicht wie Kritik anhören. Aber wir haben uns durch die letzten Jahre auch viel Kredit erarbeitet.

      TDS: Wir wollen zwar nicht hoffen, dass es dazu kommt – aber was würde ein Abstieg für den Jahn bedeuten? Sportlich, finanziell, strategisch?
      Bugl: Ein möglicher Abstieg hätte erstmal gar keine so großen Auswirkungen. Die eingeschlagene Weg würde weitergegangen werden. Und da wir in den letzten Jahren durchweg positive Jahresabschlüsse hatten, haben wir auch etwas auf der Seite um eine ambitionierte Mannschaft zusammen zu stellen, die den Wiederaufstieg in Angriff nehmen kann.

      TDS: Auch Sie gehören zu den Managern, die ein Team aus der dritten Liga bis in die erste Liga geführt haben. Was sind die größten Veränderungen, die Sie selbst wahrnehmen?
      Bugl: Eindeutig ist die Leistungsdichte der Manager höher und mein Eindruck ist, dass die Qualität immer höher wird. Da ist es langfristig natürlich schon eine Herausforderung, da immer in diesem Kreis der besten Mannschaften Deutschlands dabei zu sein.

      TDS: Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Skills, die ein Manager mitbringen muss, um langfristig in der ersten Bundesliga bestehen zu können?
      Bugl: Eigentlich ist Ausdauer die wichtigste Eigenschaft. Also wenn man die Disziplin hat, den eingeschlagenen Weg nicht zu verlassen. Es gibt ja mehrere Wege, die zum Erfolg führen. Aber man sollte zwischen den Ideen nicht sprunghaft wechseln.

      TDS: Wenn man sich Ihren Kader ansieht, sticht selbstverständlich ihr 21jähriger DM Alderich Kohlenbrenner ins Auge. So etwas nennt man Jahrhunderttalent. Wie viele Anfragen mussten Sie bereits abweisen?
      Bugl: Alderich Kohlenbrenner ist natürlich ein Glücksfall für uns und bislang das größte Talent aus der Jahnschmiede. Es waren wirklich sehr viele Anfragen, die da eingegangen sind und gefühlt hat sich wirklich jeder andere Manager schon mal nach ihm erkundigt.

      TDS: Was ist bei so einem Spieler die richtige Lösung? Einmal Jahn, immer Jahn? Oder doch abgeben und schätzungsweise über 40 Millionen einnehmen, mit denen man dann den Verein langfristig gut aufstellen kann?
      Bugl: Finanziell können wir uns beim Jahn natürlich nicht mit den ganz großen Vereinen messen, aber wir stehen mittlerweile auf ganz gesunden Beinen. Wir sind also nicht auf Ablösesummen angewiesen und werden Kohlenbrenner bei uns behalten. Da zahlt sich die Jugendarbeit langsam aus. Eine ähnliche Entwicklung versprechen wir uns auch von Dirk Raab und in der Jugendmannschaft befinden sich noch zwei ganz ähnlich talentierte Spieler. Aber klar, für eine Entwicklung wie bei Kohlenbrenner muss alles zusammen kommen.

      TDS: Prima. Abgesehen von ein paar Punkten mehr – was ist aus Ihrer Sicht beim Jahn noch zu verbessern?
      Bugl: Infrastrukturell sind wir jetzt an einem Punkt angekommen, mit dem wir zufrieden sein können. Wir haben ein bundesligataugliches Stadion und auch im Bereich Nachwuchs können wir uns kaum mehr verbessern. Die nächsten Jahre werden wir in den Kader investieren und dort vor allem die Lücken schließen, die sich zuletzt aufgetan haben. Und mit dem bevorstehenden Karriere-Ende von Wohlfahrt und Scholes stehen wir hier konkret vor der Herausforderung, diese Positionen kurzfristig qualitativ gleichwertig zu ersetzen.

      TDS: Dann vervollständigen Sie bitte noch den Satz: ich bin total zufrieden, wenn zum Saisonende…
      Bugl: …der SSV Jahn Regensburg über dem Strich steht und wir uns somit für eine weitere Spielzeit im deutschen Oberhaus qualifizieren konnten.

      TDS: Perfekt, danke Bugl für diesen kurzweiligen Talk und Ihre Meinungen. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und dass Sie noch viele weitere Saisons mit dem Jahn in der Bundesliga auf Punktejagd gehen. Für heute verabschiede ich mich und freue mich bereits auf die nächste Ausgabe kommende Woche. Es gilt wie immer: der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 24.01.2024

      TDS: Ein herzliches Willkommen zur neuesten Ausgabe von ‚Flach in den Winkel‘, dem Bundesliga-Magazin. Es ist wieder Mittwoch und wir sind mal wieder pünktlich – so soll es möglichst häufig sein. Ich schaue nochmal auf meinen Zettel, wer schon alles da war: wetdog, freethank, hirnbrandt und Latto Udeck. Heute habe ich wieder einen Gast, der sein Team schon sehr lange betreut und sein Team von der dritten Liga in die erste Liga gebracht hat und nun dabei ist, diesen Verein in der Bundesliga zu etablieren. Aus dem herzlichen Ruhrpott, hallo und Guten Abend, krid.

      TDS: krid, was möchten Sie trinken?
      krid: Gerne ein Alt. Kein Pils. Auf keinen Fall Stangenplörre - für Norddeutsche und Bewohner südlich des Weißwurstäquators: Kölsch.

      TDS: krid, acht Spiele sind in der Liga gespielt. Sie stehen mit der SG Wattenscheid 09 auf Rang 15 und haben bislang 8 Punkte auf dem Konto. Wie zufrieden, oder wie unzufrieden, sind Sie mit dem Saisonstart?
      krid: Punkte sammeln wie das Eichhörnchen, unter diesem Motto steht diese Saison. Somit aktuell alles im grünen Bereich. Nach der ersten Saison in der BuLi geht der Aufbau behutsam weiter. Steine und Beine, wie man im Pott so schön sagt. So soll der Weg weiter beschritten werden. Nach dem Aufstieg in die dritte Liga, dem Aufstieg in die zweite Liga und dem Verbleib in der Beletage versuchen wir unsere Strategie an die jeweilige Situation in der jeweiligen Liga anzupassen. Bisher klappt es. Verein und Fans sind zufrieden.

      TDS: Sie sprachen es gerade bereits selbst an – auch Sie gehören zu den Manager:innen, die ihren Verein aus Liga Drei bis in Liga Eins geführt haben. Es geht also. Was sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren?
      Krid: Zu Beginn stellte sich die Frage, wollen wir Profifußball. Das war ein riesiger Veränderungsprozess. Es wurde bei null angefangen. Eine reine Amateurmannschaft. Ein kleines, veraltetes Stadion. Keine passenden Vereinsstrukturen. Nur Erfahrung aus dem Amateurbereich. Nachdem die Entscheidung getroffen wurde, ja, wir wollen diesen Weg gemeinsam gehen, gab es jede Menge zu tun. Und mit jedem Aufstieg veränderten sich die Anforderungen. Jetzt sind wird in der ersten Liga angekommen. Es wurde ein finanzielles Polster aufgebaut. Das Stadion erreicht so langsam Erstligaformat. Und die Mannschaft wird behutsam umgebaut. Als nächstes wollen wir uns als Verein in der Bundesliga etablieren. An internationales Geschäft denkt hier noch niemand (krid grinst bei der Antwort).
      Und das mit dem Durchmarsch von unten nach oben hat ja gerade auch Mainz 05 vollzogen. Gruß und viel Erfolg an die 05er.

      TDS: Sie hatten sich zwischenzeitlich in der zweiten Liga mit dem Stadtrivalen VfL Bochum duelliert, dann stieg erst Bochum auf, aber auch wieder ab. Nun stiegen Sie auf, konnten in der ersten Saison die Liga halten. Wie ist das Verhältnis zum VfL?
      krid: Gesunde Rivalität. Die Trainer wohnen nur wenige Kilometer von einander entfernt. Sie tauschen sich bei Bedarf aus. Und wenn der eine Verein dem anderen Verein helfen kann, dann wird es auch gemacht. Die gesamte Stadt wartet darauf beide Vereine in der ersten Liga zu sehen und freut sich auf spannende Spiele zwischen den Clubs. Nebenbei erwähnt: Es läuft hier nicht so ab wie bei unseren unseligen Nachbarn, Herne-West und Lüdenscheid-Nord. Damit möchte ich es aber auch belassen.

      TDS: Bevor es Sie zu Wattenscheid zog, waren Sie einige Zeit lang in Griechenland aktiv, gingen nach Schweden und wurden dort auf Anhieb Meister. Dann der Wechsel in die dritte Liga – das muss sich wie ein Kulturschock angefühlt haben. Wie lange bräuchten Sie um sich an die Gegebenheiten zu gewöhnen?
      krid:Kulturschock? Keineswegs. Man war mal jung (krid grinst erneut). Man wollte die Welt sehen. Hatte Flausen im Kopf. Griechenland war in jeder Beziehung eine Erfahrung. Auf der einen Seite, die Leute, die Sonne, die verrückten Fans. Auf der anderen Seite, die strukturellen Probleme, warten auf das Gehalt, für die Vereine zählt nur die griechische Liga. Dann zog es mich in den hohen Norden. Alles etwas kühler, ruhiger. Ein ganz anderer Menschenschlag. Leider ist dort der Sponsor abgesprungen. Von heute auf morgen war kein Geld mehr da. Mein Nachfolger wird wohl die Hände über den Kopf zusammengeschlagen haben. Im Anschluss an das Abenteuer in Schweden kam der Ruf aus Wattenscheid. Zurück in den Pott. Heimat. Und ich wollte damals unbedingt vom Anfang an an der Reise teilnehmen. Zurückblickend kommt es mir wie gestern vor. Aber jetzt bereite ich mich gemächlich auf die Zeit nach dem Sport vor. Sollen demnächst Jüngere den gut vorbereiteten Acker weiterbearbeiten.

      TDS: Da werden einige SGW-Fans zusammenzucken. Wann bricht aus Ihrer Sicht „die Zeit nach dem Sport“ an? Gibt es dafür überhaupt den richtigen Zeitpunkt?
      krid: Ach, man kann auch wirklich nicht laut denken. Alles muss immer sofort bis ins Kleinste auseinandergenommen werden… Ich stimme mich am Ende einer Saison mit meiner Familie ab. Und dort wird entschieden. Einen genauen Zeitpunkt gibt es bislang nicht… Einen richtigen Zeitpunkt? Ich denke, dass muss jeder für sich selber entscheiden. Auf keinen Fall zu spät. Man muss halt loslassen können… Außerdem gibt es noch andere tolle Sportarten mit denen ich mich jetzt schon beschäftige. American Football und Handball zB. Da kann man Dinge abschauen und in den Fußball übernehmen. Trainingselemente, Ernährung, medizinische Betreuung, … Einige im Fußball meinen die Weisheit mit großen Löffeln gegessen zu haben. Etwas borniert fällt mir dazu nur ein.

      TDS: Sie haben nun so viel Herzblut und Leidenschaft in den Verein gesteckt. Wie beschrieben haben Sie Wattenscheid von ganz unten nach oben gebracht. Besteht da nicht die Sorge, dass ein kridloses Wattenscheid den Weg in die andere Richtung gehen wird?
      krid: Kann es passieren? Es könnte. Aber, es wird keinen Rücktritt von heute auf morgen geben. Sollte die Entscheidung im Raum stehen, dann werden wir uns im Verein zusammensetzen und einen Nachfolger suchen und sicherlich auch finden. Da bin ich mir ziemlich sicher.

      TDS: Sie sprachen die Entwicklung des Stadions an. Das Lorheidestadion bietet inzwischen über 82.000 Zuschauenden Platz. Wann ist es für Sie fertig ausgebaut?
      krid: Solange die Möglichkeit besteht und die Situation es erfordert wird das Stadion ausgebaut. Aktuell planen wir nur kleine Ausbaustufen. Die Fanbasis und die Fußballfans müssen einbezogen werden. Deswegen, schauen wir wo der Weg für die SGW09 noch hinführt. Und ein erneuter Blick in die Nachbarschaft 😉 (Schwarze Füße – gelbe Zähne – BvB und die blauen Habenichtse und Bittsteller): bei uns läuft alles ohne Größenwahn ab.

      TDS: Schauen wir auf Donnerstag Abend. Sie treffen auf Werder Bremen und RW Oberhausen. Beide Teams sind tabellarisch in der Nähe von Wattenscheid. Wie viele Punkte möchten Sie holen und wie wenig Punkte wären zu wenig?
      krid: Solche Überlegungen hegen wir nicht. Im Laufe einer Woche kann so viel passieren. Nach den Spielen kann man sich den Output anschauen und sich Gedanken dazu machen.

      TDS: Ich fasse dann mal zusammen… in Wattenscheid ist man aktuell zufrieden, das Projekt läuft gut. Selbst ein Abstieg wurde nicht zu riesiger Depression führen – aber das Ziel ist es, sich langfristig in der ersten Bundesliga zu etablieren. Würden Sie das so unterschreiben?
      krid: Sogar auf einem Bierdeckel. Mit ´nem leckeren Alt darauf. Damit hat sich der Kreis geschlossen. 😉

      TDS: Wunderbar, dann ist alles rund. Prost, krid – allen Zuschauenden einen schönen Abend und wie immer gilt: Der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 18.01.2024

      TDS: Ein warmes Willkommen zu unserer nächsten Ausgabe von ‚Flach in den Winkel‘, dem Bundesliga-Talk. Wie jede Woche möchte ich auch heute mit einem Manager der Fußball-Bundesliga sprechen und freue mich auf eine kurzweilige Ausgabe. Mein heutiger Gast wurde in England Meister und führte anschließend Fortuna Düsseldorf aus der dritten Liga bis in die Bundesliga – schönen guten Abend, Latto Udeck.

      TDS: Latto Udeck, was möchten Sie trinken?
      Latto Udeck: Ein frisch gezapftes Pils.

      TDS: Ui, darf man als Manager aus Düsseldorf überhaupt Pils trinken?
      Latto Udeck: Ja weil Altbier nicht schmeckt, damit müssen die hier leben. Ich komme aus dem Sauerland und da wird herbes Pils getrunken. Bei uns wird gesagt, "Altbier" mach blöd :-D.

      TDS: Sie haben mit Fortuna Düsseldorf aus den ersten sechs Ligaspielen zehn Punkte geholt und stehen auf Rang 6. Man kann aus meiner Sicht von einem vernünftigen Saisonstart sprechen. Wie bewerten Sie selbst den Start?
      Latto Udeck: Dem kann ich nur zustimmen und das kann man durchaus so sehen. Uns war es wichtig gut in die Saison zu starten, denn die Liga ist sehr ausgeglichen, da kann es schnell passieren ein paar Spiele zu verlieren und dann im Tabellenkeller zu stehen. Zuhause haben wir bisher keine Punkte liegen lassen, nur auswärts ist die Ausbeute noch verbesserungswürdig.

      TDS: Sie haben Fortuna Düsseldorf in 2017-01 in der dritten Liga übernommen und bis in die erste Liga geführt. Beschreiben Sie uns bitte Ihre Erfahrungen, die Sie gemacht haben.
      Latto Udeck: Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! Als ich zur Fortuna gewechselt bin habe ich nach einer Herausforderung gesucht. Ich wollte was neues Aufbauen, das fing bei der Infrastruktur an und ging weiter über die Profi und Amateure. Es hat zwar ein paar Saisons gedauert, aber die Änderungen führten schließlich zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nach drei Saisons haben wir oben mitgespielt und wollten auch weiter oben angreifen, leider ist in den letzten Jahren der Zeitfaktor Familie immer mehr in den Vordergrund gerückt, sodass es schwierig geworden ist, die notwendigen Hebel zu aktivieren für ein Rennen um die Meisterschaft.

      TDS: Der sechste Platz zum Ende der letzten Saison war die zweitbeste Platzierung der Fortuna in der Bundesliga. Was ist in den kommenden Jahren noch möglich für Sie und Ihr Team?
      Latto Udeck: Ehrlich gesagt hat mich der sechste Platz letztes Jahr positiv überrascht, schade das es am Ende nicht für eine Qualifikation für den Intercup gerecht hat. Wir haben ein wenig umgestellt und zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen. Wir setzen mittlerweile immer mehr auf den deutschen Spielermarkt und Nachwuchs, daher sehe ich uns zukünftig im guten Mittelfeld. Grundsätzlich wollen wir nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben.

      TDS: Welche Tipps können – und wollen – Sie denn Manager:innen der zweiten und dritten Liga geben? Worauf kommt es an, wenn man nach oben kommen möchte?
      Latto Udeck: In erster Linie benötigt man eine entsprechende Mannschaftsstärke für die Konkurrenzfähigkeit. Das allein ist aber nicht alles, denn man muss seine Gegner gut beobachten und studieren, um eine Tendenz zu erhalten, wie diese setzen. Wenn man diese Aspekte berücksichtigt, hat man gute Chancen für den jeweiligen Aufstieg. Eine ältere Mannschaft kann von Vorteil sein, muss es aber nicht zwingend sein. Meine Mannschaften waren oft sogar im Schnitt unter 23 Jahren.

      TDS: Sie haben ein Stadion mit über 100.000 Plätzen. Lohnt sich das? Ihre Auslastung lag letzte Saison bei 78%.
      Latto Udeck: Ich würde schon sagen, dass es sich lohnt. Denn die größte Einnahmequelle sind die Zuschauer. Die Auslastung darf natürlich besser sein, Ziel ist hier eigentlich größer 90%.

      TDS: Wie lange hat es ungefähr gedauert, bis Sie das Stadion so weit hatten?
      Latto Udeck: Ich würde es gern genau wissen aber ich meine es hat ungefähr 3-4 Saisons gedauert. Das ist aber auch stark abhängig davon wie viel man in die Mannschaft investiert.

      TDS: Bevor Sie Düsseldorf übernahmen, waren Sie lange bei Sheffield Wednesday, wurden sogar englischer Meister. Kann man die Premier League mit der Bundesliga vergleichen? Oder gibt es besondere Unterschiede?
      Latto Udeck: Die Bundesliga ist in der Breite ausgeglichener, was es schwieriger macht dauerhaft die Klasse zu halten bzw. muss man immer auf der Hut sein. Das gleiche gilt für die Teams, welche für die Meisterschaft in Frage kommen. Das sieht in England ein wenig anders aus, insbesondere hat dort auch mit Tottenhams Nick McMoney zutun, deren Dreamteam es jedes Jahr zu schlagen gilt. Einmal ist dies mir gelungen, worauf ich sehr stolz bin.

      TDS: Wenn Sie ganz an den Anfang Ihrer Karriere zurück denken, was waren die aus heutiger Sicht größten Fehler, die Ihnen unterlaufen sind?
      Latto Udeck: Meine erste Station in Russland war ein Reinfall, ich würde von vornherein in den Top Fußball Nationen starten. Des Weiteren habe ich bei 2 Spielern versäumt die Verträge zu verlängern, bedauerlicherweise waren dies Spieler mit 4* und bereits einer Stärke von 10 in jungen Jahren.

      TDS: Oh, das ist natürlich extrem bitter… Dann lassen Sie uns zum Ende noch einen Tipp für diese Saison abgeben. Wer wird Meister und wo landet Ihr Team?
      Latto Udeck: Ich tippe auf Sepps FC St. Pauli. Nach dem guten Start denke ich, dass wir am Ende auf einem einstelligen Tabellenplatz anschließen werden.

      TDS: Dann drücke ich dafür die Daumen und sage Danke an Latto Udeck für das heutige Gespräch, es hat mir viel Freude bereitet. Ihnen allen wünsche ich für die kommenden Tage alles Gute und kommende Woche versuchen wir dann wieder an einem Mittwoch auf Sendung zu sein - aber so ganz genau weiß man es eben nie. Was wir aber immer wissen: Der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 10.01.2024

      TDS: Willkommen zur dritten Ausgabe von ‚Flach in den Winkel‘, dem Bundesliga-Magazin. Nach unseren ersten beiden Ausgaben, bei denen wetdog und freethank meine Gäste waren, bleiben wir den Kleinbuchstaben treu und freuen uns auf hirnbrandt, den Manager des Chemnitzer FC. hirnbrandt übernahm in 2011-01 und war nie bei einem anderen Verein tätig – das nennt man Vereinstreue. Auch der CFC hat nie einen anderen Manager gehabt und verdankt hirnbrandt den Aufstieg aus Liga 3 bis in Liga 1, in der man sich nun bereits seit 2013-02 schadlos hält. Auch dies ist eine beachtliche Leistung. Ich freue mich über meinen heutigen Gast, hirnbrandt.

      TDS: hirnbrandt, was möchten Sie trinken?
      hirnbrandt: Einen wunderschönen guten Tag und danke für die Einladung. Ich habe über die Weihnachtstage meine Vorliebe für Beton entdeckt - ein Mix aus Becherovka und Tonic, sehr beliebt in Tschechien - und würde dem Drink treu bleiben.

      TDS: Dann mal Prost… Der Chemnitzer FC ist mit sechs Punkten in die neue Saison gestartet. Nach zwei Siegen folgten zwei knappe Niederlagen. Im Pokal sind Sie eine Runde weiter. Wie zufrieden sind Sie mit dem Start?
      hirnbrandt: Der Start in die neue Saison verlief unerwartet gut, insbesondere der Auswärtssieg beim deutschen Meister Carl-Zeiss Jena. Im Pokal, gegen den Zweitligisten aus Mannheim, sah man dann aber schon, dass die Saison kein Selbstläufer wird. Wir hatten sehr große Schwierigkeiten ins Spiel zu kommen und konnten unseren Klassenunterschied auch erst in der Verlängerung ausspielen. Das sollte eigentlich Warnung genug gewesen sein, konnte die beiden Niederlagen am letzten Donnerstag aber nicht verhindern. Gegen Saarbrücken war sie erwartbar, die Punktverluste gegen Reutlingen, einen direkten Konkurrenten im möglichen Abstiegskampf, schmerzen dagegen schon mehr.

      TDS: Sie haben gerade die Partie gegen Jena angesprochen. Chemnitz und Jena sind die beiden einzigen Bundesliga-Teams aus Ostdeutschland. Ist das so eine echte Derby-Rivalität oder ist es eher ein respektvoller, friedlicher Wettstreit?
      hirnbrandt: Natürlich ist in diesen Partien immer ein wenig mehr Feuer drin, das geht schon auf die Historie in der damaligen Oberliga zurück. Trotz alledem immer mit fairen Mitteln und in friedlicher Koexistenz. Da gibt es ganz andere Mannschaften hier aus Sachsen, die aber mittlerweile in den Untiefen der 3.Liga verschwunden sind. Bei diesen Spielen hat es zwischen den Fans immer mal wieder gekracht. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass sich unsere Fans auch über Punktspiele gegen die „Unblauen“ oder die Mannschaft aus der Landeshauptstadt, deren Fans ein gaaaanz großes Geltungsbedürfnis haben, sehr freuen würden.

      TDS: Sie haben den Chemnitzer FC aus der dritten Liga in die Bundesliga geführt und dort inzwischen über viele Saisons hinweg etabliert. Was man allerdings vergeblich im Ihrer Vita sucht, das sind die großen Erfolge, die Titel. Woran liegt das?
      hirnbrandt: Moment, dem muss ich entschieden widersprechen. Im Jahr 2018 sind wir Pokalsieger geworden. Na gut, es waren nur die Amateure und es war auch nur der Amateurpokal, aber immerhin, der steht jetzt voller Stolz auf unserem Briefkopf. Spaß beiseite, in der deutschen Liga, bei dieser Dichte an Top-Managern, ist es ausgesprochen schwierig ober mitzuspiele oder gar Meister zu werden. Außerdem bin ich seit Anbeginn der Tage beim Chemnitzer FC auf ehrenamtlicher Basis tätig und führe den Verein quasi nebenberuflich. Ich kann und will da nicht mehr Zeit investieren, um vielleicht mal den ganz großen Wurf zu landen. In den letzten Jahren spielte in mir immer mal die Überlegung, den Verein zu verlassen und ins Ausland zu wechseln, um möglicherweise einen Titel gewinnen zu können, entschied mich dann aber doch wieder zur Treue zum Verein und blieb.

      TDS: Respekt dafür, dass Sie das nur nebenberuflich machen. Chemnitz erspielt sich sehr häufig solide Plätze im Mittelfeld der Liga ohne dabei groß aufzufallen. Wenn Ihr Verein als ‚graue Maus‘ beschrieben wird, ist das für Sie dann eher eine Bestätigung für ihre unaufgeregte Arbeit oder kommt Ihr Team da doch etwas zu schlecht weg?
      hirnbrandt: Danke für die anerkennenden Worte. Ich finde so eine graue Maus ist ein possierliches Tier und hat in der Bundesliga bewiesen, dass sie eine hohe Lebenserwartung hat. Wenn ich da mal in den Statistiken schaue, sehe ich nur zwei Vereine die länger ununterbrochen in der Liga sind.

      TDS: Sie haben ein tolles Stadion, voll ausgebaut, alles Sitzplätze. Wäre da nicht die ein oder andere Europapokal-Nacht auch für die Fans wünschenswert?
      hirnbrandt: Ich erinnere mich da gern an die Reisen in die bunte weite Welt und die flutlichtgetränkten Europa-Cup-Nächte im Jahr 2019, als wir bis ins Viertelfinale des Inter-Cups vorgedrungen sind. Ja, es wäre schon schön mal wieder europäisch zu spielen, die Fahne der Bundesliga international hochzuhalten aber bisweilen müssen wir uns hier am Standort wohl damit begnügen erste Liga zu spielen. Es fehlt in dieser immer noch strukturschwachen Region an potenten Geldgebern, die einfach mal ein paar Starspieler aus dem Hut zaubern. Vielleicht ist bei unserer exzellenten Jugendarbeit in den nächsten Jahren mal wieder der ein oder andere Spieler dabei, der es in die Top-Spieler-Elf der Liga schafft und uns von Europa träumen lässt. Darauf sollten wir bauen.

      TDS: Zu wünschen wäre es dem CFC. Könnten Geldgeber gewonnen werden, indem beispielsweise mehr Freundschaftsspiele durchgeführt werden? Da wirkt ihr Terminkalender sehr leer, insbesondere im Vergleich zu anderen Teams.
      hirnbrandt: Wir haben das vor ein paar Jahren probiert, waren mit der finanziellen Seite auch sehr zufrieden, die Belastung für die Spieler ist aber enorm, wenn sie jede Woche ein zusätzliches Spiel haben. Vielleicht sollten wir aber auch einfach an den Spiel-Einsatzprozenten herumspielen und das ganze wieder ins Auge fassen.

      TDS: Sie bevorzugen allem Anschein nach bei Ihren Akteuren Verträge mit Festgehalt und wenigen Prämien. Worin sehen hier die Vorteile?
      hirnbrandt: Da denke ich sehr konservativ und habe lieber eine Übersicht über die fixen zu zahlenden Gehälter und kann die Spieltagseinnahmen komplett behalten und nicht in erfolgsabhängige Prämien investieren. Einsatz- und Punktprämien nutze ich nur um vertragslose Spieler zu ködern. Das gelang in den letzten Jahren aber leider auch eher schlecht als recht.

      TDS: Schauen wir noch kurz auf morgen. Sie treffen auf die beiden Teams aus München. Zunächst empfangen Sie die Bayern, danach geht es zu den Löwen. Was ist Ihre Zielsetzung?
      hirnbrandt: Natürlich werde ich hier nicht aus dem Nähkästchen plaudern und unsere Taktik verraten aber gegen eines der beiden Teams sind 3 Punkte eigentlich Pflicht und dem entsprechend werden wir dann auch auftreten.

      TDS: Wenn alles normal läuft – wo werden wir am Saisonende Chemnitz in der Tabelle finden?
      hirnbrandt: Ich hoffe im gesicherten Mittelfeld mit Blick nach oben, um unserem Ruf als graue Maus der Liga wieder vollends gerecht zu werden und weiterhin vom Speck der Bundesliga naschen zu können.

      TDS: Wunderbar, dann sage ich für heute besten Dank und alles Gute für die weitere Saison, hirnbrandt. Vor allem wünsche ich Ihnen und dem Verein, dass Sie noch lange dort wirken können – denn solch eine lange Treue und konstante Arbeit ist etwas Besonderes. In dem Sinne alles Gute, hirnbrandt und alles Gute für den CFC. Der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 03.01.2024

      TDS: Herzlich Willkommen zur zweiten Ausgabe von ‚Flach in den Winkel‘, dem Interview-Magazin der Fußball-Bundesliga. Nachdem letzte Woche wetdog als amtierender Meister den Auftakt gemacht hat, freue ich mich heute auf einen Manager, der bereits in Spanien und England Titel sammeln konnte und zudem auch schon den Pokalsieger-Cup gewinnen konnte. In Deutschland nun hat er seinen Verein aus der zweiten Bundesliga langsam in die Bundesliga geführt und einen Start nach Maß hingelegt – Tabellenführer als Aufsteiger mit sechs Punkten aus zwei Spielen. Das klingt nach einigen spannenden Themen… Guten Abend und hallo, freethank.

      TDS: freethank, was möchtest du trinken?
      freethank: Am liebsten Martini Bianca mit Eis und Zitrone, sowie einem Schuss Soda, gerührt, nicht geschüttelt.

      TDS: Aufstieg mit 1860 und einen Traumstart mit zwei Siegen und der Tabellenführung hingelegt. Ist bei 1860 nun alles eitel Sonnenschein oder wie ist Ihre Gemütslage aktuell?
      freethank: Der Start war tatsächlich überraschend gut, jedoch kein Grund für eitel Sonnenschein. Der Klassenerhalt ist das einzige Ziel.

      TDS: Sie haben bereits sehr erfolgreich in Spanien und in England gearbeitet, sind dann in die zweite Bundesliga gegangen. Was war der Grund?
      freethank: In Spanien war irgendwie die Luft raus. Málaga war endlich geschlagen und ich hatte dort alles gewonnen, außer international.
      Nach England bin ich gegangen, um den Dauergewinner zu ärgern und das ist mehr als nur gelungen. Sogar ein internationaler Cup gelang.
      Zu den Sechz'gern habe ich schon lang ein persönliches Verhältnis und die zweite Liga war interessant, weil mir die Jagd nach millionenschweren Transfers auf den Senkel gegangen ist. Leider hat sich daran nicht viel geändert.

      TDS: Nach vier Saisons in Liga 2 gelang in der fünften Spielzeit der Aufstieg. Welche Unterschiede stellen Sie fest?
      freethank: Es ist bedrückend, dass in Liga zwei die volle Stärke der Spieler nicht ausgespielt werden kann. In Liga 1 ist das anders. Natürlich ist die deutsche Bundesliga sau stark und extrem ausgeglichen. Hier trifft viel Erfahrung aufeinander. Die Cleverness wird letztendlich entscheiden.

      TDS: Hat ein so erfahrener Manager, wie Sie, in der Bundesliga auch Gegner, vor denen Sie Respekt haben oder freuen Sie sich einfach auf die Konkurrenz?
      freethank: Ich habe vor jedem Manager Respekt. Jeder macht einen tollen Job und versucht mit den möglichen Mitteln das Beste daraus zu machen. Und ich freue mich riesig in Liga 1 mitwirken zu dürfen.

      TDS: Wer sind aus Ihrer Sicht die stärksten Manager in der Bundesliga?
      freethank: Es gibt so viele starke Manager hier, da ist es schwierig ein paar herauszupicken. Aber mit Sepp, Pep, wetdog, SirUlrich und playaelagua sind schon außergewöhnliche Mitstreiter dabei.

      TDS: Wo Sie Pep ansprechen, er ist ja Ihr Nachfolger bei San Sebastian gewesen. Wie intensiv haben Sie sein Wirken in Spanien beobachtet?
      freethank: Sehr intensiv sogar. Mein Herz hängt an dem Verein, schließlich habe ich ihn mühsam aufgebaut. Pep hat allerdings den Verein noch viel größer gemacht. Ganz stark von ihm.

      TDS: Nochmal zurück zu 1860. Was sind die größten Baustellen, um die Sie sich kümmern müssen?
      freethank: Da gibt es einige. Das Stadion ist zu klein, der Mannschaft fehlt noch Stärke und die zweite Reihe ist noch zu entwickeln. Zu allem Ärger kommt noch, dass der Verein finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist.

      TDS: OK, da gibt es einiges zu tun. Steht eher zu befürchten, dass 1860 zunächst zu einer Fahrstuhlmannschaft werden könnte?
      freethank: Ausschließen kann man dies nicht, aber ich werde alles daran setzen, dass die Sechz‘ger im deutschen Oberhaus bleiben, schließlich sind wir der erste Pokalsieger im Soccergame.

      TDS: Stimmen Sie mir zu, dass die Bundesliga mit 18 aktiven Manager:innen, die ‚ehrlichste Liga‘ ist?
      freethank: Absolut. Zumal die1. Bundesliga auch fast immer durchweg mit Managern besetzt ist und es das einzige Soccergame-Land ist, das drei Ligen hält.

      TDS: Mal rein hypothetisch – Spanien, England, Deutschland. Könnte es noch ein Land, eine Liga geben, die Sie nach 1860 reizen kann?
      freethank: Jetzt bin ich hier und will mit 1860 erfolgreich sein. Danach sehen wir weiter, vielleicht in meinem Ferienhaus in Italien.

      TDS: Mille grazie, sage ich für dieses Interview. Schön, dass Sie heute mein Gast gewesen sind. Kommen Sie gut nach Hause und ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie morgen bessere Ergebnisse erzielen können, als wetdog, der nach seinem Auftritt bei uns beide Partien mit 0:2 verlor. Auf die Sechz’ger und eine spannende Saison. Wie immer gilt: der Ball ist dein Freund.

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 27.12.2023

      TDS: Willkommen zur ersten Ausgabe von „Flach in den Winkel“. Worum geht es? Ich möchte mich mit Manager:innen der ersten Bundesliga zusammensetzen und gemeinsam auf die Karrieren, den Verein und die Liga blicken. Schön wäre, wenn es gelingt, jede Woche eine Ausgabe präsentieren zu können. Das hängt natürlich vom Moderator aber auch von der Bereitschaft der potentiellen Gäste ab.
      Gast in unserer ersten Ausgabe ist der Manager des amtierenden Deutschen Meisters, also ein standesgemäßer Auftakt für „Flach in den Winkel“. wetdog ist bereits seit 2010-01 beim FC Carl-Zeiss Jena tätig, zuvor betreute mehrere Saisons lang den FC Schaffhausen in der Schweiz. Er wurde mehrfach deutscher Meister und gewann sogar zweimal den Meister-Cup.

      TDS: Hallo wetdog, schön, dass Sie noch Zeit gefunden haben, so kurz vor Saisonbeginn. Was möchten Sie trinken?
      Wetdog: Um ehrlich zu sein bin ich nach wie vor verkatert von der Meisterfeier. Daher gerne ein Konterbier.

      TDS: Amtierender Deutscher Meister: FC Carl-Zeiss Jena. „Endlich“, „wieder“ sagen die Fans.
      Es ist nunmehr Ihr neunter Meistertitel mit Jena. Der letzte gelang in der Saison 2016-01. War es 2023-03 somit ein ganz besonderer Meistertitel?
      Wetdog: Obwohl es der 9. Meistertitel war, fühlte es sich an wie der allererste. Gerade weil die Mannschaft nominell bei weitem nicht mit der Konkurrenz mithalten konnte.

      TDS: Was man auch nicht vergessen darf – zwischendrin kam es ja sogar zu einem Abstieg in die zweite Liga und zwei Spielzeiten dort. Denken Sie noch mit Graus daran zurück oder ist dies einfach abgeschlossene Vergangenheit?
      Wetdog: Die Krise hat schon vor dem Abstieg begonnen. Wir haben international immer versucht oben mitzumischen um Deutschland gut zu vertreten. Das hat natürlich immer viele Tore gekostet. Als dann deshalb viel gegen Jena gesetzt wurde, kam zuerst Wut in der Mannschaft hoch und dann Resignation bis hoch ins Management. In dieser Zeit war der Fokus leider nicht optimal und das gipfelte dann im Abstieg, der ein grosser Wendepunkt war. Doch da der Schaden - auch finanziell - gross war, musste ich den Kader ganz neu aufbauen und das hat Zeit gebraucht. Nun sind wir jedoch wieder an dem Punkt, wo wir zumindest national oben mitmischen können, auch wenn andere in einer besseren Ausgangslage sind.

      TDS: Lassen Sie uns mit ein wenig Abstand den Blick zurück wagen. Was lief damals schief? Welche Fehler wurden möglicherweise seinerzeit gemacht? Haben Sie selbst aus dem Abstieg etwas für sich gelernt?
      Wetdog: Leider ist Deutschland international nicht gut vertreten, was man am aktuellen Ranking deutlich sieht. Doch die Frustration über das mangelnde Engagement einiger Vereine hätte einen stolzen Verein wie Jena nicht vom Fokus abrücken lassen dürfen. Gerade das setzen der Tore kann eine Saison entscheidend prägen - diese Lehre hat zum unerwarteten Meistertitel im vergangenen Jahr geführt.

      TDS: Das klingt bei aller Kritik über die Leistungen der deutschen Teams im Europapokal eher danach, dass sich auch Jena zunächst auf die Liga konzentrieren wird. Oder verstehe ich das falsch?
      Wetdog: Mittlerweile sind wir da in der Vereinsführung opportunistischer. Wenn wir Punkte holen können, werden wir durchaus den ein oder anderen Treffer in einer schweren Gruppe setzen. Voraussetzung ist jedoch, dass dies alle international engagierten Team tun damit wir als Liga wieder mehr Startplätze kriegen.

      TDS: Was ist denn überhaupt realistisch in einer Gruppe mit den starken Hearts aus Schottland, Lausanne aus der Schweiz, Juventus und Zenit St. Petersburg?
      Wetdog: Die Hearts und Lausanne sind klare Favoriten. Alles hinten dran ist eng beieinander und da sollte der eine oder Punkt drin liegen!

      TDS: Dann lassen Sie uns auf den Ligastart der Bundesliga schauen. Was sind Ihre Ziele für die kommende Saison?
      Wetdog: Das Mindestziel ist die internationalen Ränge zu erreichen. Die anderen beiden Wettbewerbe werden wir taktisch angehen, aber auf allen drei Hochzeiten zu tanzen - wie früher - wird leider nicht möglich sein.

      TDS: Im Stärkeranking sieht man Jena im vorderen Mittelfeld, aber eben nicht bei den Spitzenteams. Ist die Kaderplanung abgeschlossen oder suchen Sie noch nach gezielten Verstärkungen?
      Wetdog: Der Kader steht soweit, einzig auf 2 Positionen möchten wir noch nachlegen: Im Linken Mittelfeld und im Sturm. Da der Markt aktuell jedoch sehr schwierig aussieht, kann es auch sein, dass erst sehr spät noch Verstärkungen dazu stossen.

      TDS: Dann bleibt wie immer noch die Frage zum Abschluss – wer wird Meister und wer wird am Ende absteigen?
      Wetdog:St. Pauli, aber die hätten es auch letzte Saison schaffen müssen. Zudem habe ich auch Stuttgart und Saarbrücken auf der Rechnung. Die Aufsteiger werden sich dieses Jahr halten, aber nur wenn sie sich nochmals ordentlich verstärken.

      TDS: Prima, besten Dank, wetdog. Ich denke, das war ein gelungenes Debüt dieser Sendung. Ich hoffe, dass noch einige nachfolgen.
      Wetdog: Viel Erfolg allen, gerade denen die international dabei sind und denkt daran, wenn wir als Liga wieder oben mitmischen wollen, wäre es hilfreich wenn alle ein paar Punkte holen 🫡

      TDS: Dann Ihnen alles Gute morgen zum Ligastart. Ich würde Ihnen heute gerne schon den Gast für nächsten Mittwoch nennen, doch da ist die Redaktion noch auf der Suche. Lassen wir uns überraschen. Für heute besten Dank. Ich wünsche schon jetzt einen guten Rutsch und einen positiven Start in ein gesundes Jahr 2024. Eins wird bleiben: Der Ball ist dein Freund!

    • Tomaso Di Sombrero hat einen neuen Beitrag "Flach in den Winkel" geschrieben. 26.12.2023

      Ich möchte - am liebsten jeden Mittwoch - mit einem Manager der Ersten Bundesliga ein ausführliches Interview führen.
      Ein Interview über den Manager, seinen Verein und das Game allgemein.
      Das Interview soll ausführlicher sein, als die In-Game-Kurzinterviews mit maximal drei Fragen.

      Morgen, am 27.12.2023 geht es los.

      Freuen Sie sich gemeinsam mit mir auf den Manager des amtierenden Deutschen Meisters, FC Carl-Zeiss Jena, wetdog.

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